Frankreich - Reisen, Leben und Kulinarisches

Südfranzösische Küche

Die Südfranzösische Küche ist sehr geprägt von den regionalen Küchen. Hier spielen Regionalküchen aus der Provence, Korsika oder auch spanische Regionalküchen wie die Katalanische Küche mit ein. Die Küche der Provence ist eine sehr bodenständige und gesunde Küche, die vor allem aus Obst, Gemüse und

vielen Kräutern besteht. Rind- und Lammfleisch wird ebenso gekocht wie viel Fisch. Zur provenzalischen Küche gehören vor allem Olivenöl und Knoblauch. Vor allem auch viele regionale Gewürzkräuter werden in den Speisen verwendet. Traditionell isst man in Südfrankreich auch leichte Salate zu den Hauptspeisen. Richtung Marseille spielen vor allem Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten eine Rolle, die zum Beispiel mit viel Knoblauch und Mayonnaise als Dip serviert werden. Die Küche Marseilles ist vor allem von vielen arabischen Einflüssen geprägt. Über die Grenzen Marseilles hinaus ist zum Beispiel die reichhaltige Fischsuppe Bouillabaisse bekannt. Hier werden Fisch, Meeresfrüchte und Gemüse verwendet. Die Brühen mit Fisch und Meeresfrüchten werden separat serviert und nicht als ein Eintopf. Die Bouillabaisse zeichnet vor allem durch die Verwendung vieler Fischsorten aus. In Marseille ist man auch sehr gerne frische Geflügelgerichte oder Schweinfleischgerichte, die vor allem aus Korsika eingeführt wurden. Fleisch von Schafen, Ziegen und Wildschweinen bestimmte die korsische Kochtradition ebenso wie die zahlreichen Obstsorten, die auf der Insel wachsen. Vor allem die Ziegen- und Schafgerichte haben in Korsika eine lange Tradition. Sehr gerne werden zum Beispiel Lammbraten oder Wildschweinbraten zu besonderen Anlässen gegessen. Zu den korsischen Gerichten isst man oft die Spezialität Brocciu, ein Molkenkäse aus Schafs- und Ziegenmilch. Der Brocciu wird gekocht und zerkleinert auf viele Speisen gegeben. Vor allem Fleisch und Wurst von Wildschweinen ist in Korsika in der Esskultur besonders beliebt.

Einflüsse auf die Küche Südfrankreichs haben auch die spanischen Esskulturen aus Katalonien und dem Baskenland. Gemeinsamkeiten weisen alle Küchen im Süden Frankreichs oder Spaniens auf, durch die Verwendung u.a. von Tomaten, Paprika, Knoblauch, Artischocken, Olivenöl oder typischen Kräutern. Die katalanische Küche ist vor allem geprägt von Zwiebeln. Gerichte werden gerne serviert in Mischzutaten aus Fisch, Meeresfrüchten und Fleisch. Die Beliebtheit von Mayonnaise findet man zum Beispiel in der Region Marseille ebenso wie in Regionen Kataloniens. An der südwestlichen Grenze Frankreichs zu Spanien liegt das Baskenland mit der Baskischen Küche. Hier vermischen sich stark die französische und spanische Küche. Neben Fisch und Meeresfrüchten ist man vor allem viel Rind und Geflügel. Kräuter und Gewürze werden hier weniger verwendet, als zum Beispiel in der Küche der Provence. Der Eigengeschmack der Nahrungsmittel wird im Baskenland sehr geschätzt und lehnt sich an der Nouvelle Cuisine an, die sehr fettarm kocht. Das kunstvolle Anrichten der Gerichte spielt in der Küche des Baskenlands eine sehr wichtige Rolle. Das Baskenland ist für viele Eigenheiten in der Esskultur gekannt, zum Beispiel für die Kochgesellschaften, die nur Männern vorbehalten sind. In Frankreich kennt man das "Vereinskochen" kaum.

Die Esskulturen in Südfrankreich und den angrenzenden spanischen Regionen sind natürlich auch von den unterschiedlichen Trinkgewohnheiten beeinflusst. In der Provence trinkt man zum Beispiel gerne Rosé zu den Gerichten. Die Provence ist die Region mit der höchsten Rosé-Produktion der Welt. Rot- oder Weißwein ist auch in Südfrankreich eine Geschmackssache. Tendenziell trinkt man aber Rotwein mehr zu den Gerichten. Einen hohen Marktanteil in Südfrankreich haben vor allem die einfachen Landweine zu frischen regionalen Gerichten. In Frankreich, insbesondere in Südfrankreich, isst man vor allem abends mit Freunden und der Familie. Tagsüber essen die Franzosen nur leichtere Gerichte. In Südfrankreich trinkt man morgens erstmals eine Milchkaffee oder schwarzen Café und isst nur eine Kleinigkeit wie ein Croissant. Zwischen Nord- und Südfrankreich gibt es große Lebenskulturdifferenzen, die sich auch in der Esskultur ausdrücken. Für viele Südfranzosen ist das Leben der Nordfranzosen verschlossen und grau, und stellen die Küchenkulturen des Nordens keine gesunden Küchen dar. Die Südfranzosen legen viel Wert auf ihre regionale Esskultur, die vor allem frisch und abwechslungsreich sein muss.

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